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Österreich bei Turnstunden im europäischen Spitzenfeld
28.03.2013 | 11:17 | DiePresse.com

Es gibt kaum europäische Länder, in denen an Gymnasien oder Hauptschulen mehr Turnstunden angeboten werden. Nur an den Volksschulen sieht es nicht ganz so gut aus.
Die Forderung nach einer täglichen Turnstunde wird von allen Parlamentsparteien unterstützt. Geht es nur nach der Zahl der im Lehrplan vorgesehenen Sport-Stunden für 6- bis 14-Jährige, ist Österreich allerdings schon jetzt unter den Spitzenländern Europas. Das zeigt ein aktueller Vergleich des schulischen Sportunterrichts in 36 europäischen Ländern durch das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa „Eurydice“.

An den AHS-Unterstufen sind in Österreich für Schüler 102 Turnstunden pro Jahr vorgesehen, mehr sind es nur in Frankreich (108 Stunden). Hauptschüler landen mit 90 Stunden pro Jahr hinter Frankreich und Polen (96 Stunden) ebenfalls noch auf einem Medaillenplatz. Etwas schlechter schneiden die heimischen Volksschüler ab: Diese landen mit 75 Turnstunden pro Schuljahr an neunter Stelle der 36 untersuchten Staaten.

Die nackten Zahlen sehen also in Österreich trotz der Kürzungen im Jahr 2003 gut aus. Was die Daten allerdings nicht abbilden können, ist eine mögliche Einschränkung der Turnstunden durch schulautonome Schwerpunkte. Zudem haben Sportwissenschafter in Österreich wiederholt bemängelt, dass in der Volksschule der Klassenlehrer und nicht ein Spezialist Turnstunden hält. Damit steht Österreich allerdings nicht allein da – in fast einem Viertel der untersuchten Länder ist die Situation ähnlich.

(APA)