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Der Standard
Österreich bei Zahl der Turnstunden im Spitzenfeld
28. März 2013, 10:30

In der Sekundarstufe I haben Schüler nur in Frankreich und Polen mehr Turnunterricht – In Volksschule im besten Viertel – Zehn bzw. elf Prozent des gesamten Unterrichts für Sport reserviert

Wien – Die Bundessportorganisation (BSO) hat bereits 150.000 Unterstützungsunterschriften für eine tägliche Turnstunde gesammelt, die Forderung wird von allen Parlamentsparteien und auch vom neuen Sportminister Gerald Klug (SPÖ) unterstützt. Geht es nur nach der Zahl der im Lehrplan vorgesehenen Sport-Stunden für 6- bis 14-Jährige, ist Österreich allerdings schon jetzt unter den Spitzenländern Europas.

Das zeigt ein aktueller Vergleich des schulischen Sportunterrichts in 36 europäischen Ländern und Regionen durch das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa „Eurydice“ (Schuljahr 2011/12).

An den AHS-Unterstufen sind in Österreich für Schüler 102 Turnstunden pro Jahr vorgesehen, mehr sind es nur in Frankreich (108 Stunden). Hauptschüler landen mit 90 Stunden pro Jahr hinter Frankreich und Polen (96 Stunden) ebenfalls noch auf einem Medaillenplatz.

Etwas schlechter schneiden die heimischen Volksschüler ab: Diese landen mit 75 Turnstunden pro Schuljahr an neunter Stelle der 36 untersuchten Staaten, mehr Sport gibt es für Sechs- bis Zehnjährige laut Lehrplan in Frankreich (108), Slowenien (98), Luxemburg (96), Polen (93), Liechtenstein (88), Ungarn (83), Deutschland (78) und Schottland (76).

Hohe Unterrichtsanteil für Turnen

Ähnlich gut schneidet Österreich ab, wenn man den Anteil der Turnstunden an der gesamten Unterrichtszeit betrachtet. In Österreich sind zehn (Haupt- und Polytechnische Schule) bzw. elf Prozent (Volksschule, AHS) der Schulstunden pro Jahr für Turnen vorgesehen. Größer ist der Anteil für die Sekundarstufe I nur in Frankreich (14 Prozent). Im Volksschulbereich ist in Kroatien, Slowenien und Ungarn (jeweils 15 Prozent) sowie in Deutschland und Litauen (jeweils zwölf Prozent) mehr Bewegung für die Schüler vorgegeben.

Die nackten Zahlen sehen also in Österreich trotz der Kürzungen im Jahr 2003 gut aus. Was die Daten allerdings nicht abbilden können, ist eine mögliche Einschränkung der Turnstunden durch schulautonome Schwerpunkte. Zudem haben Sportwissenschafter in Österreich wiederholt bemängelt, dass in der Volksschule der Klassenlehrer und nicht ein Spezialist Turnstunden hält. Damit steht Österreich allerdings nicht allein da – in fast einem Viertel der untersuchten Länder ist die Situation ähnlich. (APA, 28.3.2013)

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